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Das Ringen um die Vorherrschaft auf dem Markt für beschleunigte digitalisierte Überweisungen

Während sich die Finanzdienstleistungsbranche in rasantem Tempo digitalisiert, blieb der Markt für Überweisungen lange ein Nachzügler.

Im Jahr 2019 verließen und erreichten 90 % der Überweisungen immer noch den Absender bzw. den Empfänger als Bargeld, vor allem weil ein erheblicher Prozentsatz der Weltbevölkerung weiterhin keine Bankverbindung hat. Das bedeutet, dass sie keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen wie Bankkonten und anderen grundlegenden Infrastrukturen haben, die digitale Überweisungen ermöglichen.

Dann kam die COVID-19-Pandemie und alles änderte sich. Das erste Anzeichen dafür war ein Rückgang der Überweisungen zu Beginn der Pandemie im Vergleich zum Vorjahr. Dies war zum Teil auf den dramatischen Abschwung der Weltwirtschaft zurückzuführen, aber auch darauf, dass Konsumenten, die auf Bargeldtransaktionen angewiesen waren um Geld nach Hause zu schicken, einfach keine Möglichkeit mehr dazu hatten, nachdem stationäre Geschäfte gemäß den staatlichen Richtlinien geschlossen wurden.

Aber da es immer noch Lockdowns und andere Beschränkungen für persönliche Kontakte gibt und die Absender immer noch Geld nach Hause schicken müssen, ist der digitale Überweisungsmarkt explodiert.

Dies ist zwar eine gute Nachricht für diejenigen, die digitale Überweisungsdienste anbieten, wirft aber eine wichtige Frage auf: Wie können sie sich bestmöglich positionieren um sicherzustellen, dass sie diese Gelegenheit bestmöglich nützen?

Digitalisierung in Zahlen: wie COVID-19 die Überweisungslandschaft verändert hat

Im Jahr 2020 wurden nach Angaben der International Association of Money Transfer Networks 40,2 % der zuvor in bar getätigten Überweisungen auf digitale Verfahren umgestellt.

Gleichzeitig entschieden sich 34,1 % der neuen Überweisungskunden – darunter ein großer Anteil älterer Nutzer, die tendenziell erst spät in die Technologie einsteigen – für digitale Kanäle. Und 25,6 % derjenigen, die früher Geld über informelle Kanäle nach Hause schickten, wechselten ebenfalls zur digitalen Technik.

Dieser Wandel war eine direkte Folge der Pandemie.

Während die Volkswirtschaften von Ländern wie den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien schlecht abschnitten – die US-Wirtschaft erlitt zum Beispiel den stärksten Rückgang seit 74 Jahren – wurden die Volkswirtschaften der Entwicklungsländer noch stärker getroffen. Infolgedessen griffen Migranten auf ihre Ersparnisse zurück und 15 % liehen sich sogar Geld, um etwas nach Hause schicken zu können.

Noch wichtiger ist, dass viele Absender sich bemühten, die Probleme zu überwinden, die sie in der Vergangenheit von digitalen Überweisungskanälen abgehalten hatten, wie beispielsweise das Fehlen einer Bankverbindung, die Abhängigkeit vom Bargeld aus anderen Gründen und ein allgemeines Misstrauen gegenüber digitalen Zahlungsmethoden. Wie der UN-Generalsekretär António Guterres es ausdrückte, sind Migranten „eine Lebensader für die Entwicklungsländer“. In außerordentlich schwierigen Zeiten brachten sie große Opfer und stellten ihre Familien an die erste Stelle.

Den Weg erleichtern

Als das Interesse an digitalen Überweisungen im Jahr 2020 zunahm, konnte die Nachfrage nur befriedigt werden, indem sich Dienstleister und Regierungen engagierten.

Beispielsweise haben in Afrika viele Unternehmen südlich der Sahara ihre Gebühren für mobiles Geld gesenkt oder erlassen, während die Regulierungsbehörden die Transaktionslimits erhöht und die KYC-Anforderungen gelockert haben.

Auf der Angebotsseite haben die Anbieter von Überweisungsdiensten in den Industrieländern die Verbesserung ihrer digitalen Kanäle zur obersten Priorität gemacht; Regierungen haben Geldüberweisungsgeschäfte in ihre Liste der wesentlichen Dienstleistungen aufgenommen, und Regulierungsbehörden haben Meldevorschriften und andere Anforderungen gelockert, um den Übergang zur Digitalisierung zu erleichtern.

Aber da sich sowohl die Kunden als auch die Dienstleister aus der Not heraus anpassen mussten, ist eine permanente Umstellung auf die Digitalisierung keine Selbstverständlichkeit.

Damit sich der Wandel durchsetzt, müssen die Anbieter digitaler Überweisungen die Realitäten sowohl derjenigen, die Geld überweisen, als auch derjenigen, für die das Geld überlebenswichtig ist, im Auge behalten.

Transaktion abgelehnt: Bewältigung der Herausforderungen digitaler Geldüberweisungen

Was also erwarten die Nutzer – sowohl auf der Absender- als auch auf der Empfängerseite – von Geldüberweisungsdiensten?

Einfach ausgedrückt: Sie wollen, dass Transaktionen erfolgreich und schnell abgeschlossen werden und dass die Gebühren so niedrig wie möglich sind.

Da Überweisungen oft den Unterschied bei der Deckung von Grundbedürfnissen wie Nahrung, Miete und Nebenkosten ausmachen, muss der Kunde sich unbedingt darauf verlassen können, dass eine Zahlung den Empfänger schnell und zuverlässig erreicht.

Viele Kunden waren bereit, den Sprung zu wagen und digitale Kanäle zu nutzen, weil die COVID-19-Pandemie ihre Wahl von „digital oder bar“ zu „digital oder gar nicht“ veränderte. Aber wenn die Zahlungsabwicklungsraten nicht konstant hoch sind und der Dienst nicht schnell und sicher ist, werden diese oft zögerlichen Kunden wahrscheinlich so schnell wie möglich zu den alten, bewährten Überweisungsmethoden zurückkehren. Trotz aller Mängel (vor allem hohe Kosten und Unannehmlichkeiten) sind traditionelle Geldtransferunternehmen, die Bargeld akzeptieren, zuverlässig. Wenn digitale Überweisungsunternehmen in dieser Hinsicht nicht konkurrenzfähig sind, indem sie alle legitimen Transaktionen akzeptieren, werden sie einfach keine potenziellen neuen Kunden gewinnen.

Gleichzeitig spielen auch die Kosten eine Rolle.

Im Jahr 2018 verloren Migranten insgesamt rund 25 Milliarden Dollar pro Jahr durch Überweisungsgebühren, von denen die Empfänger in den Entwicklungsländern mindestens 1 Milliarde Dollar für Bildung hätten ausgeben können. In dem durch die COVID-19-Pandemie verursachten raueren Wirtschaftsklima sind die Auswirkungen dieser Transaktionsgebühren noch gravierender. So sehr, dass der UN-Generalsekretär Antonio Guterres dazu aufgerufen hat, sie „so nahe wie möglich an Null“ zu bringen, um „die finanzielle Eingliederung zu fördern“.

Aus der Sicht eines Überweisungsdienstleisters bedeutet dies, dass die Partnerschaft mit dem richtigen Akquisiteur entscheidend ist. Ein erfahrener Akquisiteur kann Ihnen dabei helfen, die rechtlichen Anforderungen in den verschiedenen Ländern zu erfüllen, und Ihnen Zugang zu den richtigen Instrumenten verschaffen, damit die Zahlungen schnell ihr Ziel erreichen, ohne fälschlicherweise als verdächtig eingestuft und abgelehnt zu werden.

Die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Partner trägt auch dazu bei, Ihre allgemeinen Kosten zu senken und somit Ihre Transaktionsgebühren wettbewerbsfähig zu halten.

Die Notwendigkeit der Relevanz

Eine rasche, sichere und erfolgreiche Transaktion zu erschwinglichen Kosten ist natürlich nur ein Teil des Puzzles. Genauso wichtig – wenn nicht sogar noch wichtiger – ist, dass die Transaktion bequem ist. Und das bedeutet, dass man dem Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungs- und Liefermethoden lässt.

Laut einer gemeinsamen Studie der Bank of Canada und der niederländischen Zentralbank sind zwei der wichtigsten Faktoren, welche die Wahl der Zahlungsmethode bei Überweisungen beeinflussen, der Zugang und die Verfügbarkeit.

Das ergibt Sinn. Wie in anderen Situationen auch, wollen die Kunden mit ihrer bevorzugten Zahlungsmethode bezahlen, sei es mit einer Kreditkarte, einer digitalen Wallet oder – im Falle vieler Wirtschaftsmigranten – mit Bargeld.

Sie wollen sicherstellen, dass die Person am anderen Ende der Transaktion das Geld in dem Medium erhält, das für sie am sinnvollsten ist. Und das muss nicht zwingend eine Banküberweisung sein. In Ländern wie Mexiko, den Philippinen und Bangladesch – drei der weltweit größten Bestimmungsländer von Überweisungen – kann der Zugang zu Bankfilialen und Infrastrukturen eingeschränkt sein, und die Wirtschaft basiert überwiegend auf Bargeld.

Anbieter von digitalen Überweisungsdiensten können kein nachhaltiges Geschäft aufbauen, wenn sie nicht auf diese Präferenzen eingehen. Und das bedeutet, dass eine breite Palette von Zahlungs- und Liefermethoden akzeptiert werden muss, einschließlich Online-Bargeld.

Für diese Anbieter hat die Annahme von Bargeld noch zwei weitere wichtige Vorteile.

Sie ist eine verlässliche Alternative, falls eine Zahlung per Karte oder digitaler Wallet fehlschlägt, was die Konversionsrate erhöht. Und da die Empfänger in den Laden gehen müssen, um Bargeld abzuholen, erhöht sich die Kundenfrequenz und damit auch der Umsatz.

Bargeld spielt auch in einer digitalen Welt eine wichtige Rolle

Wird der Überweisungsmarkt nach dem Ende der COVID-19-Pandemie seinen Weg zur vollständigen Digitalisierung fortsetzen? Oder werden die Kunden in alte Gewohnheiten zurückfallen?

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie sich die Dinge entwickeln werden, doch eines ist sicher: Selbst wenn die Digitalisierung weiter voranschreitet, bedeutet dies nicht, dass die Absender sich vom Bargeld abwenden werden. Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist noch immer ohne Bankverbindung – und daher weitestgehend auf Bargeldtransaktionen angewiesen. Dies betrifft in außerordentlich hohem Maße sowohl die Absender als auch die Empfänger regelmäßiger Auslandsüberweisungen. Es wird nicht möglich sein, diese Konsumenten dauerhaft in die Welt der digitalen Überweisungen einzubinden, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, dies mit Bargeld als primärem Zahlungsmittel zu tun.

Für Anbieter von digitalen Überweisungsdiensten ist die Botschaft klar:

Die Maximierung der Umsätze, die Minimierung des Risikos und das Angebot einer Auswahl an effizienten, sicheren und bequemen Zahlungsmethoden – einschließlich des digitalen Bargelds – werden entscheidend sein, um neue Kunden zu gewinnen und zu halten und langfristig erfolgreich zu sein.

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