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Trends 2020: Das Bargeld - Zahlungsmittel im Wandel

Fünf Prognosen, die einen Einfluss darauf haben werden, wie Verbraucher in den nächsten 12 Monaten mit Bargeld umgehen

Bei den bargeldlosen Zahlungen ist die Talsohle erreicht

In den letzten Jahren war das Wachstum der „Cashless Societies“ der herrschende Trend, der in einigen Ländern aufgrund einer Minderung des Wertes der im Umlauf befindlichen Barmittel sowie des prozentualen Anteils der in bar ausgeführten Transaktionen noch verstärkt wurde.

In Ländern wie den USA kann es künftig zu einem weiteren Rückgang der Nachfrage nach Bargeld kommen. Dies liegt zum Einen daran, dass das Niveau der Bargeldnutzung immer noch sehr hoch ist; zum Anderen liegt es an Fintech-Produkten wie den mobilen Wallets und der kontaktlosen Karte, die seit relativ kurzer Zeit den Markt erobern.

Bei den Ländern jedoch, in denen die Bargeldverwendung über die letzten zehn Jahre am stärksten rückläufig war, gehen wir davon aus, dass sich dieser Trend deutlich verlangsamen und 2020 sogar umkehren wird.

Ein Beispiel dafür ist Schweden – das Land, das auf dem Weg zur komplett bargeldlosen Gesellschaft am weitesten fortgeschritten ist. Der Wert der In Umlauf gehaltenen Bargeldbestände in Schweden ist seit 2007 drastisch gefallen (um ca. 45 %) und macht mittlerweile nur noch 1% des BSP aus, während der Anteil der Verbraucher, die regelmäßig bar bezahlen, seit 2014 von fast 90% auf etwa 60% gesunken ist.

Allerdings sind nicht alle Konsumenten in Schweden von diesem plötzlichen Einbruch der Bargeldwirtschaft begeistert: Den Daten zufolge beginnt dieser Trend, sich umzukehren. Das Volumen des im Umlauf befindlichen Bargeldes in Schweden hat im vergangenen Jahr erstmalig zugenommen, und für das kommende Jahr gehen wir davon aus, dass die Bargeldnutzung stabil bleibt oder sogar weiter zunimmt. Im Jahr 2018 behaupteten manche Analytiker, Schweden würde binnen vier Jahren eine komplett bargeldlose Gesellschaft sein – aber der Trend zum Bargeld im Jahr 2020 wird diese These widerlegen.

Gestützt durch zunehmende Regulierung gegen die bargeldlose Zahlung

Das Zögern, die derzeitige Schwelle von der sinkenden Bargeld-Nachfrage zur komplett bargeldlosen Gesellschaft zu überwinden, ist nicht nur durch die Kundennachfrage bedingt; auch die Regulierung der Händler im Hinblick
auf die weitere Akzeptanz der Barzahlung ist ein Trend, der voraussichtlich 2020 weiter zunehmen wird.

Die Bewegung, das Nicht-Annehmen von Bargeld aufgrund der damit verbundenen Diskriminierung zu verbieten, hat in den USA drastisch zugenommen, wobei Städte wie Philadelphia und San Francisco bereits Händler mit Sperren belegen, wenn diese kein Bargeld annehmen wollen. Entsprechende Gesetze wurden in vielen anderen Städten als Gesetzesentwurf vorgelegt, und es ziehen sogar ganze Bundesstaaten in den USA nach.

Die Gründe, gegen Händler vorzugehen, die sich voreingenommen gegenüber Kunden zeigen, die in bar zahlen möchten (wobei es hauptsächlich darum geht, Personen ohne oder mit nur eingeschränktem Zugang zu Finanzinstituten zu ermöglichen, weiterhin am Wirtschaftskreislauf teilzuhaben), sind überall auf der Welt die gleichen. Wenn also in den nächsten 12 Monaten in weiteren Ländern der Trend zu neuen bargeldlosen Zahlungsmethoden zunimmt, wird auch die Notwendigkeit größer werden, diejenigen zu schützen, die auf Bargeld angewiesen sind.

Schlussendlich tendieren die Finanzdienstleister dahin, den Verbrauchern mehr statt weniger Wahlmöglichkeiten anzubieten, wie sie ihre Zahlungen abwickeln möchten.

Weitere Integration des Bargeldes in das digitale Bankgeschäft

Der Aufstieg rein digitaler Banken übt möglicherweise den entscheidendsten Einfluss auf das Bankgewerbe innerhalb einer Generation aus – oder sogar darüber hinaus. Neue Mitbewerber wie N26, Monese, Starling Bank, Monzo und First Direct haben die Art und Weise revolutioniert, wie die Verbraucher mit Banken und deren Produkten interagieren. Für Filialbanken, die bislang die Branche monopolisiert haben, bedeutet das echten Wettbewerb. 

Die Wachstumsrate digitaler Banken ist jedoch von Land zu Land – selbst in dicht besiedelten Regionen wie Westeuropa – recht unterschiedlich. Am deutlichsten wird dies im Vergleich von Großbritannien mit der DACH-Region – Deutschland, Österreich, Schweiz – erkennbar.

Das schleppende Wachstum der digitalen Banken in der DACH-Region ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, wie z. B. Sicherheitsbedenken. Ein entscheidender Hinderungsgrund scheint jedoch die permanente Abhängigkeit vom Bargeld zu sein. Um denjenigen Verbrauchern gerecht zu werden, die lieber in bar zahlen, müssen die digital ausgerichteten Banken es diesen Kunden auch ermöglichen, Einzahlungen auf ihr Konto in bar zu tätigen.

In Ländern, in denen die Attraktivität traditioneller Bankdienstleistungen ungebrochen ist, müssen digitale Banken jeden Aspekt einer physisch agierenden Bank effizient bieten können, um Kunden zu gewinnen und zu halten. 2020 wird es Priorität sein, den Kontoinhabern diese Möglichkeiten zu eröffnen oder ihnen zumindest eine entsprechende Nutzererfahrung zu bieten.

Bargeldzahlungen zur Begleichung von Rechnungen und Betriebskosten

In Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo die Verbraucher eine besondere Vorliebe für Bargeldzahlungen hegen, werden verbesserte Kundenerfahrungen Türen und Tore zu einer verstärkten Akzeptanz von Alternativen zum Bargeld öffnen. Das wird insbesondere auf Anwendungsfälle zutreffen, bei denen diese Transaktionen zwar bislang in bar getätigt werden konnten, jedoch wegen schlechter Kundenerfahrungen eher als letzter Ausweg angesehen werden. 

Als Beispiele seien hier die Zahlung von Rechnungen und Abrechnungen von Versorgungsunternehmen genannt. Diese können auf verschiedene Weise erfolgen, wie z. B. über den Aufdruck eines QR-Codes auf einer Papierrechnung; dieser wird per Smartphone gescannt und mit einer eCash-Lösung wie Paysafecash verknüpft. Dies ist eine erhebliche Aufwertung gegenüber der aktuellen Methode der Begleichung von Rechnungen mit Bargeld, die umständlich und zeitraubend ist.

Das Bargeld – nach wie vor die Brücke zur Inklusion

Das Streben nach weltweiter finanzieller Inklusion stellt nach wie vor, sowohl aus altruistischer als auch aus kommerzieller Sicht, einen starken Anreiz für Finanzdienstleister dar. Jedoch stellt die globale Digitalisierung der Zahlungsgeschäfte über Bankkonten kurz- und sogar mittelfristig eine unrealistische Erwartung dar.

Für Personen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Finanzinstituten haben und somit auf das Bargeld für ihre Finanzen angewiesen sind, werden eCash-Lösungen nach wie vor die Brücke zum digitalen Handel sein. Da Services und Vorlieben beim Einkauf immer mehr zum Onlinegeschäft übergehen, wird eine der Funktionen des Bargeldes 2020 darin bestehen, dafür zu sorgen, dass die Lücke zwischen finanzieller Inklusion und Exklusion der Verbraucher eher schrumpft als wächst.

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