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Warum Zahlungen der nächsten Generation der Schlüssel sind, um das Open Banking auf das nächste Level zu bringen

Konsumenten und Händler haben bewiesen, dass sie sich Veränderungen bei den Finanzdienstleistungen wünschen. Was wir allerdings seit PSD2 gesehen haben, ist erst der Anfang. Wir blicken über die Öffnung von APIs hinaus, um zu sehen, welche Art von Zahlungen der nächsten Generation die Nachfrage befriedigen werden, wenn die Innovation im Open Banking an Fahrt gewinnt.

Das Open Banking hat einige Zeit gebraucht, um vom Konzept zu konkreten Produkten und Dienstleistungen zu gelangen, die sich die Konsumenten wünschen. In Europa wurde es mit der Umsetzung der Payment Services Directive II (PSD2) im Jahr 2018 in Gang gesetzt. Die Theorie besagt, dass wir durch die Zustimmung zur Weitergabe unserer Daten von einer ganzen Reihe neuer Dienste profitieren können, die unser Leben erleichtern. Und diese Gelegenheit hat innovativen Drittanbietern von Finanzdienstleistungen die Tür geöffnet. Sie müssen sich nur mit den APIs der Banken verbinden und können so eine Fülle von Daten (Konto-, Transaktions-, Produktdaten usw.) abrufen, um damit personalisierte Dienstleistungen zu schaffen, die speziell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.

Eine der vielen Dienstleistungen, die das Open Banking ermöglicht hat, sind Sofortüberweisungen – also die Möglichkeit, Zahlungen nahtlos von einem Bankkonto auf ein anderes zu tätigen. Keine Karten. Kein komplexer Transaktionsprozess mit mehreren Parteien und langen Abwicklungszyklen. Die Attraktivität und die Vorteile von Echtzeit-Transaktionen führen dazu, dass sie sowohl in Europa als auch weltweit immer beliebter werden. In einer kürzlich durchgeführten Studie stimmten 89 % der Befragten zu, dass der eCommerce weiter wachsen wird und die Branche erhebliche Investitionen in Online-Zahlungslösungen tätigen muss. Außerdem erwarteten 97 %, dass es infolgedessen zu einer Verlagerung hin zu mehr Echtzeit-Zahlungen kommen wird. Die Prognosedaten bestätigen dies, denn nach den derzeitigen Erwartungen wird der weltweite Markt für Echtzeit-Zahlungen zwischen 2021 und 2028 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 33 % verzeichnen.

Steigende Nachfrage: Die Vorteile von Sofortzahlungen

Der Grund, warum die Akzeptanz so schnell zunehmen dürfte, sind die zahlreichen Vorteile, die Sofortüberweisungen bieten: Bequemlichkeit, Auswahlmöglichkeiten, Unabhängigkeit und ein reibungsloser Prozess für die Konsumenten – vor allem im Bereich des mCommerce, wo die neuen Anforderungen an die Multi-Faktor-Authentifizierung SCA (Strong Consumer Authentication) den Kartenzahlungsprozess zusätzlich erschwert haben. Und für Händler bedeutet dies, dass sie ihre Transaktionskosten im Vergleich zu Kartenzahlungen senken, durch kürzere Abwicklungszeiten schneller über Gelder verfügen und die Kundenbindung und den Umsatz steigern können.

Beide Parteien profitieren von einem besseren Schutz vor Betrug. Zunächst einmal sind es weniger Schritte bei der Abwicklung. Denken Sie bei dem Prozess der Debit- oder Kreditkartentransaktion an die zahlreichen Parteien, die zwischen dem Kunden und dem Händler beteiligt sind – die ausstellenden und akquirierenden Banken, die Zahlungsabwickler, die Kartennetzbetreiber. Dies wirkt sich nicht nur auf die Gesamtgeschwindigkeit und die Kosten einer Transaktion aus, sondern bedeutet auch, dass es weniger Möglichkeiten für Betrug gibt.

Einen Gang höher schalten

Doch trotz der Nachfrage und der offensichtlichen Vorteile ist das, was wir bisher von Open Banking gesehen haben, noch keine Revolution der Finanzdienstleistungen. Die traditionellen Strukturen und Silos brechen auf, so viel ist sicher. Open-Banking-Anbieter können nun die Anbindung an die APIs mehrerer Banken erleichtern und so Innovationen und Wettbewerb fördern. Aber wie viele echte Zahlungsverkehrsmöglichkeiten haben wir als Folge davon gesehen? Und wie viele Schritte wurden unternommen, um die Lücken zu schließen und einen reibungsloseren Austausch von Daten und Diensten zwischen verschiedenen Regionen und Ländern zu ermöglichen?

Die meisten Initiativen konzentrierten sich auf die Konnektivität innerhalb einzelner Märkte, d. h. auf Länder und nicht auf Regionen, und bei weitem nicht auf die globale Konnektivität. Für Händler ist das nicht fortschrittlich genug. Wie in unserem letzten Artikel beschrieben, müssen Bank-zu-Bank-Zahlungen grenzüberschreitend funktionieren, um einen globalen Marktplatz zu schaffen, der die Wirtschaft ankurbelt. Zahlungsverkehrslösungen müssen diese Grenzen überbrücken, daher müssen Anbieter die Funktionen über die heutigen Möglichkeiten hinaus erweitern.

Keine Einbahnstraße

Bislang lag der Schwerpunkt bei Sofortzahlungen weitgehend auf einseitigen Transaktionen vom Konsumenten zum Händler. Wir müssen jedoch auch die Handelsströme vom Händler zum Konsumenten betrachten. Dies gilt beispielsweise für Erstattungen oder solche Beziehungen zwischen Konsumenten und Händlern, bei denen wechselseitige Transaktionen üblich sind. Die Vereinfachung des Geldtransfers in dieser Richtung wird für den Konsumenten von zusätzlichem Nutzen sein und sich sowohl auf die Kundenbindung als auch auf das Umsatzpotenzial der Händler auswirken.

Ein weiterer Bereich der Innovation sind automatische Überweisungen. Die OBIE (Open Banking Implementation Entity) hat in der Aktualisierung ihres Standards Ende 2020 die Funktion VRP (Variable Recurring Payments) hinzugefügt. Dies ermöglicht es den PISP (Payment Initiation Service Provider), wiederkehrende Zahlungen zu veranlassen, so dass die Kunden die Überweisungen nicht mehr einzeln authentifizieren müssen. Auch hier besteht das Potenzial, die Erfahrungen beider Parteien im Transaktionsprozess zu verbessern. Schneller, sicherer, flexibler, kostengünstiger und bequemer.

Innovation durch Aggregation

Obwohl es in den letzten zwei bis drei Jahren erhebliche Aktivitäten im Open Banking gegeben hat, bieten die Zahlungsmöglichkeiten immer noch ein großes ungenutztes Potenzial. Zu den weiteren Dienstleistungen, die Open-Banking-fähige Zahlungslösungen über API-Aggregatoren hinaus anbieten können, gehören Abgleich und Fondsaggregation. Wenn Händler nicht in jedem Markt, in dem sie tätig sind, ein Bankkonto eröffnen müssen, damit die Zahlungen lokal und sofort erfolgen können, eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, einen globalen Kundenstamm zu erschließen. Um eine echte Transformation des Zahlungsverkehrs zu erreichen, müssen also neue Wege der Aggregation und des Abgleichs erkundet werden. Darüber hinaus müssen die bestehenden komplexen und langwierigen Verfahren, die vor allem im grenzüberschreitenden Handel problematisch sind, beschleunigt und vereinfacht werden.

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